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Ratgeber · Preise

Was kostet eine PV-Anlage 2026 wirklich?

Wir haben 271 eigene Angebote aus den ersten acht Monaten 2026 ausgewertet. Was dabei herauskommt, ist unbequemer als jedes Werbeversprechen – aber es ist die Realität auf österreichischen Einfamilienhäusern.
Stand: 30. September 2026 · Datenbasis: 271 Angebote, Jänner bis August 2026

Warum „ab 9.900 Euro" wenig aussagt

Ein Anlagenpreis ohne Anlagengröße ist eine Zahl ohne Einheit. Die einzige Kennzahl, mit der sich Angebote vergleichen lassen, ist der Preis je Kilowattpeak. Und der verhält sich nicht linear: Je kleiner die Anlage, desto teurer wird jedes einzelne kWp.
Der Grund ist banal. Gerüst, Anfahrt, Zählerkasten, Netzanmeldung, Wechselrichter und Planung fallen bei acht Kilowattpeak fast genauso oft an wie bei sechzehn. Was sich verdoppelt, sind im Wesentlichen die Module und ein Teil der Verkabelung. Wer eine sehr kleine Anlage baut, zahlt also für dieselbe Grundausstattung, verteilt sie aber auf weniger Ertrag.
Das ist auch der Grund, warum wir bei der Besichtigung fast immer nachrechnen, ob ein paar Module mehr sinnvoll sind. Nicht, um den Auftrag größer zu machen, sondern weil das nächste Modul in einer bestehenden Anlage fast immer günstiger ist als ein späterer zweiter Montagetermin.

Richtpreise je Kilowattpeak, netto

Alle Werte beziehen sich auf ein Standardprojekt am Einfamilienhaus: Ziegeldach, kein Gerüstsonderfall, Speicher inklusive, ohne Sonderleistungen.
8 kWp

rund 1.580 €/kWp

Die teuerste Variante pro Einheit. Sinnvoll nur bei sehr kleinem Dach oder geringem Verbrauch.
11 kWp

rund 1.255 €/kWp

Untere Grenze unseres typischen Korridors. Reicht für einen Haushalt ohne Wärmepumpe und ohne E-Auto.
13,8 kWp

rund 1.150 €/kWp

Nahe am Median von 12,9 kWp. Das ist die Anlage, die bei uns am häufigsten gebaut wird.
16,5 kWp

rund 1.020 €/kWp

Das günstigste kWp. Passt zu Haushalten mit Wärmepumpe, E-Auto oder beidem.

Was in einer typischen Anlage tatsächlich steckt

Der Median unserer verkauften Anlagen liegt bei 12,9 kWp, rund zwei Drittel aller Projekte bewegen sich zwischen 11 und 17 kWp. Wer im Netz liest, ein Einfamilienhaus brauche fünf Kilowattpeak, rechnet mit Zahlen von vor zehn Jahren – vor Wärmepumpe und E-Auto.
Beim Speicher hat sich eine Größe durchgesetzt: 16 kWh. Das ist kein Zufall und auch keine Verkaufstaktik. Ein Fünf-Kilowattstunden-Speicher ist im Sommer um 22 Uhr leer; 16 kWh bringen einen durchschnittlichen Haushalt über die Nacht, auch mit Wärmepumpe. Der Preis je Kilowattstunde Speicher sinkt zudem mit der Größe, weshalb der kleine Speicher selten der günstige ist. Bei größeren Projekten verbauen wir zwei Einheiten, also 32 kWh.
In rund 71 Prozent unserer Projekte ist eine Notstromumschaltung dabei, in etwa 17 Prozent eine Wallbox. Bei den Wechselrichtern dominieren die 15-kW- und 10-kW-Hybridgeräte.
Zur Orientierung: Unsere vier Komplettpakete – Deye, Sigenergy, Huawei und Fronius – kosten einheitlich 21.990 Euro brutto inklusive Mehrwertsteuer. Alle vier kosten bewusst gleich viel, damit die Beratung nicht zur Verkaufsberatung wird. Wenn ein System mehr Marge brächte, würde am Ende genau dieses empfohlen; das wollten wir nicht.

Die fünf Posten, die gern fehlen

Das sind genau jene Positionen, die in sehr günstigen Angeboten oft nicht auftauchen und später nachkommen. Bei uns stehen sie im Angebot – auch wenn die Summe dadurch ehrlicher statt schöner aussieht.
  • Fördermanagement. Die Abwicklung des Förderantrags ist Arbeit und nicht automatisch enthalten.
  • Wirkleistungsvorgabe bzw. Überschussregelung. In rund 90 Prozent der Projekte eine Auflage des Netzbetreibers.
  • Erneuerung des Zählerkastens. Bei älteren Häusern häufig notwendig und im Zweifel der größte Einzelposten.
  • Dachsanierung. Wer ein Dach in zehn Jahren neu decken muss, sollte die Module nicht vorher montieren lassen.
  • Statikgutachten. Vor allem bei Flachdächern, Leichtbauhallen und älteren Konstruktionen.
Ein Angebot, in dem keiner dieser Punkte erwähnt wird, ist nicht automatisch unseriös – aber es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unvollständig. Fragen Sie beim Vergleich zweier Angebote gezielt danach, bevor Sie die Endsummen nebeneinanderlegen.
Und noch ein Hinweis zur Förderung: Wir kalkulieren unsere Angebote ohne Förderabzug. Das macht den Preis vergleichbar und verhindert, dass eine Zusage, die vielleicht gar nicht kommt, den Vergleich verzerrt.